SCHÄDELBRÄU LAGER

111 deutsche Biere, die man getrunken haben muss, Printed in Germany 2015


Clevere Kreation aus Köln

 

Die Leser sind in diesem Buch auf diverse Kölschmarken gestoßen, auch die etwas exotische Kreation eines Kölner Alt-Biers war zu finden. Man könnte nun also die Frage stellen, ob damit das Feld der Kölner Kreativität abgearbeitet ist.

Mitnichten.

Das Schädelbräu gehört zu den jüngsten Brauereien im Rheinland. Das Unternehmen ist das geistige Kind von Adrian Draschoff und Matthias Piegsa. Im Hauptberuf sind die beiden Filmemacher beziehungsweise Mediziner, aber eine langjährige Erfahrung als Bier-Konsumenten hat die beiden dann dazu bewogen, sich unter die Produzenten zu wagen. Die eigentliche Brautätigkeit liegt auch hier in den Händen eines zertifizierten Braumeisters, doch ist das Gründer-Tandem fedwerführend in allen maßgeblichen Entscheidungen, was aber nicht bedeutet, dass das Brauereiteam nicht auch erweitert werden kann. Zum Beispiel, wenn es darum geht, Etiketten zu kleben.

Erste Sorte des Hauses ist ein Lager, eine Biersorte, welche der hiesige Gerstensaft-Gourmet in der Regel vorwiegend südlich des Mains verortet, doch die Mannen vom Schädelbräu haben auch eine Mission. Wie sie beobachtet haben, konnte das Lager >>seine Vitalität noch nie so richtig ausleben<<. Eigentlich ist es so etwas wie der >>geheime Star der Biersorten<<. Mit einer Kölsch-Brauerei wollen die Ehrenfelder also auf keinen Fall verwechselt werden, dass sie hingegen in Bars zunehmend als Trendgetränk geordert werden, ist durchaus in ihrem Sinne.

Zu einer neuen Marke gehört nicht nur ein interessanter, unverwechselbarer Geschmach, sondern auch ein individueller Auftritt. Da ist zum einen das knallrote Etikett auf der ungewöhnlichen 250-Milliliter-Flasche. (Zumindest in der Neigung zum eher kleinen, handlichen Format zeigt sich doch eine zumindest haptische Verwandschaft zu den anderen ortsüblichen Marken.) Auch die Form der Flasche ist noch eher unbekannt. Aber das alles kann sich schnell ändern.